Presse

WORTSINN - KLANGSINN - POESIE
Unna (Hellweger Anzeiger, 02. März 2009)
Die Wirkung von Poesie

Wortsinn - Klangsinn - Poesie stellte das Trio TransArt gestern Abend in der Stadthalle im vierten Meisterkonzert des Musikvereins vor. Reizvoll, sehr feinsinnig - und doch auch gewagt. [...] Deutlichere Bezüge stellte Albert Roussel mit seinen vier Charakterisierungen in "Joueurs de flute" her, wozu Texte von Ovid (Pan), Theokrit (Tityre), Vraja-Kisora (Krishna) und De Régnier (Mr. De la Péjaudie) rezitiert wurden. Poesie und Musik erfuhren durch Karin Badar, Brigitte Fischer am Klavier und Stefan Nohn an der Flöte eine gelungene Umsetzung. Hier war der musikalische Kontrast zwischen den Texten und Roussels "Übersetzung" sehr reizvoll. [...]


BLAUE BLUME
Schloss Melschede (WAZ, 12. November 2007)
Die Sehnsucht nach der "Blauen Blume"

[...] Gekonnt hatten die drei Künstler es verstanden, Texte und Musik so zu einem Programm zusammenzustellen, dss die Musik die Stimmung der Texte unterstrich und die Texte wiederum den Zuhörer die Musik besser verstehen ließen.[...]
Karin Badar hatte im Prolog mit den Worten aus E.T.A. Hoffmanns Fantsie- und Nachtstücke" das Publikum gewarnt, dass Künstler und Musikanten einen gegen das Publikum gerichteten Bund geschlossen haben, mit dem sie dieses aus seiner gewohnten und oftmals so gemütlichen Welt entführen wollen. Vor dem grauen November geschützt vond den dicken Schlossmuern und erwärmt vom Feuer im Kamin ließen es aber trotz dieser Warnung die Zuhörer an diesem Abend nur zu gern mit sich geschehen. Und besonders Karin Badars Rezitationskunst mit klarer Artikulation und absoluter Präsenz ist es zu verdanken, dass dieses gedankliche entfliehen immer wieder gelang. [...]


ROKOKO IN BERLIN
Dortmund 2005 (Ruhr Nachrichten, 20. September 2005)
Die Welt des empfindsamen Stils

(...) Wir sind zeitlich im Rokoko angekommen. Hier...rückt in der Musik die Melodie in den Vordergrund. Ihr wurde die Kraft zugeschrieben, Herzen mehr zu bezwingen als alle Harmonie. Es galt, durch sie die moralischen Empfindungen zu erwecken, wodurch der Mensch erst seinen sittlichen Wert bekäme. Gefordert ist der Interpret mehr als sonst, er muss so spielen, dass er die Hörer emotionell anregt.
In dieser Welt des empfindsamen Stils führte geschickt Karin Badar als Moderatorin ein. Mit zeitgenössischen Zitaten und einer, der Situation angepassten Maniriertheit gab sie einen Einblick in die Denkweise einer Epoche, deren künstlerischer Ausdruck festgemacht wurde am höfischen Stil Sanssoucis zur Zeit Friedrich des II. und seiner Schwester Anna Amalia.
Brigitte Fischer (Klavier) und Stefan Nohn (Querflöte) zeigten sich hierbei als Künstler, die sehr geschickt auf die Situation in den Werken einzugehen vermögen. Da ist zunächst zu nennen Johann Joachim Quantz' A-Dur Sonate und Friedrich II. c-Moll Sonate, in denen der kultivierte Flötenklang als Träger der Melodie in den Vordergrund gerückt wurde. Wie sich diese Musizierweise von der Johan Sebastian Bachs abhob, wurde deutlich in ihrer farbig spritzigen Interpretation seiner h-Moll Sonate.
Wie das Publikum - auch wenn die Melodie im Vordergrund steht - duch harmonische Abstufungen und farbreiche Kontraste in Bann geschlagen werden kann, zeigten beide dann in einer Sonate Anna Amalias und in zwei Kompositionen Carl Philipp Emanuel Bachs. (...)

ROKOKO IN BERLIN
Dortmund (Ruhr Nachrichten, 12. Oktober 2004)
Feinster Kulturgenuss

[...] Die Schauspielerin Karin Badar begann mit Lesungen aus zeitgenössischen Quellen. In die beschriebenen Szenarien fügte sich die Musik nahtlos ein. [...] Von bloßem Vorlesen kann dabei auf keinen Fall die Rede sein, da die Sprecherin die Szenarien enorm ausdrucksstark und emotional zeichnete. Schloss man die Augen, so fühlte man sich wie in einer anderen Zeit.


Schwerte (Ruhr Nachrichten 09. September 2003)
Feinsinnige Musikalität

Duo Brigitte Fischer und Stefan Nohn krönt Schwerter Sommerkonzerte
Stefan Nohn beherrscht sein Instrument. Für einen Konzertflötisten eigentlich nichts Ungewöhnliches, und doch ist es außergewöhnlich, mit welch feinsinniger Musikalität er sein technisches Können in den Dienst der Musik stellt.(...) Stefan Nohn kann etwas, was für einen Solisten nicht immer selbstverständlich ist: Er kann leise spielen. Er kann den Klang seines Instruments so feinnervig artikulieren, das der Ton in Sofia Gubaidulinas "Klänge des Waldes" wie ein zarter Lufthauch durch den Raum huscht. Er kann in Béla Bartóks "Suite über 15 ungarische Bauernlieder" die Schwingungen der Flöte denen des Klaviers so anpassen, dass ein völlig neues Klanggemisch entsteht. (...) Franz Schubert hat seine "Sonate G-Dur, D 384" ursprünglich für Violine und Klavier geschrieben. Stefan Nohn hat sie für Flöte und Klavier bearbeitet. Eine durchaus gelungene Transkription, denn die kultivierte Intonation der Flöte und die fast beiläufige Gelassenheit bei den Melodieeinsätzen gibt auch Brigitte Fischer am Klavier Raum, solistische Akzente zu setzen. Die wunderbar weiche Tongebung ihres Anschlags lässt besonders im Andante eine Atmosphäre von faszinierender Intensität entstehen.[...]


Schwerte (Werfälische Rundschau, 09. September 2003)
Ein leiser Hauch von Exotik

Ein überzeugender Erfolg war auch das sechste und damit letzte Konzert in der bereits elften Saison der beliebten Sommerkonzertreihen der Schwerter Konzertgesellschaft. (...) Zu den brillanten Werken für Flöte und Klavier zählt Francis Poulences Sonate. Herbstliche Stimmung wurde hier mit exotischem Flair kombiniert, und ein behutsam entfaltetes Adagio überzeugte nicht weniger, als das mit großer musikantischer begeisterung gestaltete Presto-Finale. (...) Überaus gelungener Abschluss eines brillanten Konzertnachmittags war dann Ludwig van Beethovens selten gespielte siebensätzige D-Dur Serenade, in der sich der Komponist von der Schönheit englischer Landschaftsgärten inspirieren ließ.[...]


MUSIK ERZÄHLT
Kamen (WAZ, 19. Februar 2002)


Die Räume der Klavier & Flügelgalerie Maiwald bieten dem Konzertbesucher durch die vielen alten und neuen Instrumente ein anregendes Ambiente. Die Eröffnung einer Bilderausstellung, gepaart mit einem Konzert, hat hier Tradition. So wird dafür gesorgt, dass neben der Gabe für die Augen, ein Hörgenuß geboten wird, der diesmal mit dem Duo Fischer-Nohn geradezu glücklich machte. Die Musik verschmolz mit den intensiven Farben der Bilder von Gudrun Schwieghusen zu einem freudigen Lächeln.
Fischer und Nohn hatten unter dem Titel „Musik erzählt“ ein vielschichtiges Programm zusammengestellt. Durch kurze Informationen gaben sie den Zuhörern im ausverkauften Saal wichtige Hinweise und Anregungen zu den Stücken.
Gegeben wurde als erstes C.Ph.E. Bachs Sonate E-Dur für Flöte und Klavier. Nach anfänglichen Kommunikationsstörungen der beiden Musiker geriet dieses Stück unter den Händen von Brigitte Fischer und Stefan Nohn zu einem immer lebendiger werdenden Zwiegespräch. Hier wurde nicht glatt gebügelt. Die Musiker stritten, fielen sich ins Wort und waren sich wieder einig. Nichts für harmoniebedürftige Seelen. Das ganze endete in einem sektlaunigen dritten Satz, in dem Fischer und Nohn sich die Motive zuwarfen wie ein Prosit und auf diese Weise ein Feuerwerk an Charme und Witz entfachten, das bis zum letzten Ton spannend und allemal kurzweilig blieb.
Haydns Musik fordert einen Interpreten, der viel Sinn für Details hat. In den Variationen f-Moll zeigte Brigitte Fischer dem Publikum mit ihrem differenzierten, die Klänge auslotenden Spiel einen Haydn der oft überrascht, der mit Formen und Farben spielt, die Erwartungen des Hörers enttäuscht, um ihm stattdessen einen klanglichen Leckerbissen zu servieren. Ein freudiges Ereignis.
Vor der Pause der erste Höhepunkt des Nachmittags: Bilitis für Flöte und Klavier von Debussy. Die beiden Musiker entführten ihr Publikum in einen impressionistischen Klangrausch der wundervoll mit den intensiven Farben der Bilder von Gudrun Schwieghusen kommunizierte. Nohn und Fischer spielten die Musik nicht, sie zelebrierten sie. Es war ein Hochgenuß zu erleben, wie die Musiker agierten und reagierten, die Gleichzeitigkeit der unterschiedlichen Gefühlsebenen der Musik ausbalancierten und diese zu einem emotionalen Zustand verschmolzen. Es fallen einem Wortverbindungen wie: beschaulich - aufregend, melancholisch - aufmüpfig, drohend - anlockend ein; oder einfach bezaubernd.
Bezaubernd auch der Auftakt der zweiten Konzerthälfte. Die Besetzung der Flöte anstatt der originalen Oboe in Schumanns Romanzen unterstützt das Romantisch - Sehnsüchtige, das Ferne, das Verlorene dieser Musik. Die Zuhörer ließen sich gerne durch die kraftvollen Klänge der Künstler in diese romantische Märchenwelt entführen. Gespannte Stille herrschte im Saal und offenes Staunen.
Eugene Bozzas Flötenstück „Image“ (Bild), virtuos interpretiert von Stefan Nohn, hatte nicht zum Ziel dem Zuhörer ein bestimmtes Bild zu suggerieren, sondern ließ beim Zuhörer Bilder entstehen. Die mal ruhigen eher verweilenden Klänge, mal sprunghaft intensiven Passagen wurden zu einem kleinen Film, der sicherlich bei jedem Zuhörer ein anderer war.
Die Sonate von Martinu war der zweite Höhepunkt des Programms. Die großen, weit atmenden Bögen der Musik malten eine mal Ehrfurcht gebietende, mal heitere sonnige Landschaft. Bei aller vertrackter Rhythmik und allen virtuosen Klangkoleraturen gelang es den Musikern die großen Bögen zu spannen. Die Ecksätze der Sonate gerieten so zu rasenden Klanggebirgen, denen keine Sekunde die Fülle und der weite Atem fehlte. Das Adagio in der Mitte der Sonate wiederum regelrecht zelebriert: pastellene Farbigkeit in frei atmender Weite. Ein glücklicher Sonntag Nachmittag und ein begeistertes Publikum.